Das Abenteuer Pacific Crest Trail beginnt: zu Fuß von Mexiko nach Kanada

Pacific Crest Trail

Mal raus aus dem Alltag und ein großes Abenteuer wagen. Viele träumen davon und Hanne hat´s einfach gewagt. Sie hat ihren Job gekündigt und sich einer Big Challenge gestellt: Sie will den Pacific Crest Trail durchwandern.

Der Pacific Crest Trail (PCT) ist ein Fernwanderweg an der Westküste der USA, der über 4.279 km von der mexikanischen Grenze über die US-Bundesstaaten Kalifornien, Oregon und Washington bis zur kanadischen Grenze führt. Der Weitwanderweg führt durch 7 Nationalparks, durch unterschiedlichste Landschaften – bepackt nur mit einem Rucksack. Spätestens seit dem Film „Der große Trip“ mit Reese Witherspoon hat der Pacific Crest Trail an Bekanntheit gewonnen und immer mehr wollen ihn bezwingen. Dennoch haben es bisher weniger Menschen geschafft, den kompletten Trail zu wandern, als den Mount Everest zu besteigen.

Den nötigen Biss, das Durchsetzungsvermögen und auch die körperliche Fitness für dieses Abenteuer bringt Hanne mit. Denn Hanne ist ehemalige Profisportlerin und war Anschieberin im Schweizer Bob-Nationalkader. Sie macht das Abenteuer aber nicht nur für sich, sondern stellt ihre Weitwanderung unter das Motto „Hike for possibilities“ und sammelt Spendengelder für den Sport-Prothesenfonds der Non-Profit-Organisation PluSport. Dieser Fonds ermöglicht betroffenen Menschen, sich wieder sportlich zu betätigen, was die Integration in die Gruppe und Gesellschaft fördert und zu mehr Lebensfreude beiträgt.

QUICK FACTS PACIFIC CREST TRAIL

Länge:ca. 4.279 Kilometer
Strecke:von der mexikanischen Grenze durch die US-Staaten Kalifornieren, Oregon und Washington bis zur kanadischen Grenze
Dauer:ca. 5 Monate (bei durchschnittlich 30 Tageskilometern)
Höchster Punkt:Forester Pass, 4.009 m
Tiefster Punkt:Cascade Locks, 43 m
Höhenmeter:128.284 m (dies entspricht ca. 16 x den Auf- und Abstieg des Mount Everests)

Am 19. März 2018 ging für Hanne das Abenteuer Pacific Crest Trail in Campo an der mexikanischen Grenze los. Wir unterstützen Hanne finanziell bei diesem tollen Projekt und haben vor ihrer Abreise mit ihr gesprochen.

Hanne, was hat dich zu diesem Abenteuer bewogen und warum hast du dich für den Fernwanderweg Pacific Crest Trail entschieden?

“Im Juli 2014 bin ich 3 Wochen durch Kalifornien gereist und mir hat die Vielfalt der Natur mit dem ständigen Wechsel von Wüste zu Bergen zur Küste und dann wieder zu Wäldern – teilweise innerhalb von nur ein paar Kilometern – sehr gefallen. Zurück zu Hause hat mir eine Freundin das Buch „Der große Trip“ über die wahre Geschichte einer Frau, die den Pacific Crest Trail durchlaufen hat, geliehen und nachdem ich daraufhin noch den Film dazu gesehen hab, war für mich klar, dass ich das auch einmal machen will.

Es bot sich dann aber lange nicht die Möglichkeit, diesen Traum in die Tat umzusetzen. Im März 2017 hab ich erstmals angefangen, mich eingehender mit dem Fernwanderweg und den notwendigen Schritten auseinander zu setzen. Und im Juni 2017 folgte schließlich die Entscheidung, meinen Job zu kündigen. Im Laufe des Jahres hat es sich dann aber aus verschiedenen Gründen – unter anderem, weil ich mich vom Leistungsdenken der ehemaligen Profisportlerin lösen wollte – nicht mehr stimmig angefühlt. Das führte dazu, dass ich an Weihnachten den Plan wieder komplett begrub und mich umorientierte.

Nach meinem letzten Arbeitstag am 5.1. bin ich daraufhin ohne konkrete Idee in Bezug auf meine Zukunft zu einem Meditations-Workshop gefahren, wo am letzten Tag das Thema „PCT“ für mich wieder aufkam und auf einmal 100% klar war, dass ich den Weitwanderweg machen will, aber nun aus einer anderen Motivation heraus.”

Wie lange hast du dich auf den Pacific Crest Trail vorbereitet und wie?

“Die intensive Vorbereitung hat letztendlich am 15.1.2018 angefangen, also 8 Wochen vor dem Start. Bis dahin hatte ich einen Reiseführer zum Pacific Crest Trail gelesen, eine grobe Liste der notwendigen Ausrüstung zusammengestellt und zwei mehrtägige Wanderungen inkl. einer Übernachtung im Zelt gemacht. Das ist der Umfang an Erfahrung, der nun ausreichen muss. J Die letzten Wochen habe ich viel online recherchiert. Ich habe mich mit Freunden ausgetauscht, die den PCT letztes Jahr zu 2/3 absolviert haben, was extrem hilfreich und beruhigend war und dann angefangen, alles an Ausrüstung zu beschaffen. Dabei habe ich versucht, es simpel zu halten und nicht das neueste und teuerste Material zu kaufen, sondern auf bestehende Ausrüstung von mir und Freunden zu arbeiten um nicht unnötig „überausgerüstet und pseudo-lightweight“ zu sein. Schlussendlich will ich mich unterwegs wohlfühlen und da ist mir z.B. ein etwas schwereres, dafür aber stabileres und geräumigeres Zelt wichtig.”

Wie lange wirst du unterwegs sein und wie viele Tageskilometer hast du im Durchschnitt geplant?

“Im Durchschnitt läuft man 30 Kilometer pro Tag und bräuchte demnach rund 5 Monate für den gesamten Pacific Crest Trail. Ich habe es aber nicht eilig und möchte zwischendurch die Möglichkeit haben, Pause zu machen und mal zwei Tage an einem Ort zu bleiben, wenn es mir gefällt. Also ganz nach dem Motto: der Weg ist das Ziel.”

Normalerweise gilt ein Touristenvisum in den USA für 90 Tage, aber du wirst ja länger unterwegs sein. Wie funktioniert das?

“Ich habe ein Touristenvisum beantragt, das mir ermöglicht 6 Monate im Land zu bleiben. Falls ich länger brauchen sollte, muss ich mir einen Plan B einfallen lassen. Also kurzzeitig ausreisen und wieder einreisen. Aber das wird sich dann innerhalb der nächsten Monate zeigen.”

Was werden die größten Probleme/Hürden/Gefahren auf dem Pacific Crest Trail sein?

“Die wechselnden Wetterbedingungen von 40 Grad in der Wüste mit kalten Nächten, zu Schnee in den Bergen der High Sierra in Kalifornien zu anhaltendem Regen in Oregon und Washington. Da man auf dem Trail keineswegs alleine unterwegs ist, würde ich nicht unbedingt von Gefahren reden. Ja, es gibt Bären, Klapperschlangen, steile Bergpassagen, Hitze und Kälte und man ist der Natur ausgesetzt. Aber mit gesundem Menschenverstand und der nötigen Vorsicht, ist, denke ich, alles sehr gut machbar.”

Worauf freust du dich am meisten? Was schreckt dich am meisten? 

“Ich freue mich am meisten auf die Zeit draußen in der Natur. Ich bin gespannt, wie es ist, mal nur aus dem Rucksack zu leben und teilweise auf sich alleine gestellt, mit täglich neuen Situationen, klar zu kommen. Das Einzige, was mich derzeit etwas unruhig macht, ist die Einsamkeit über so eine lange Zeit. Aber auch das wird bestimmt eine tolle Erfahrung.”

Wie fühlst du dich kurz vor deinem großen Abenteuer? 

“Ich bin froh, wenn es nun endlich losgeht und sich die ganzen Fragen, Befürchtungen, Unklarheiten und die Nervosität auflösen.”

Wir wünschen Hanne das Beste für ihren Trip, tolle Momente und Erfahrungen. Unvergesslich wird dieses Erlebnis bestimmt. Wir werden euch up to date halten, wie es Hanne auf ihrem großen Trip ergeht. Und vielleicht ist es ja für den ein oder anderen eine Inspiration selbst ein Abenteuer zu wagen. Es muss ja nicht gleich so ein großes sein.

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EQUIPMENT FÜR EINEN FERNWANDERWEG:

Wenn du einen Fernwanderweg bezwingen willst, zählt jedes Gramm. Trotzdem ist es wichtig, dass deine Sachen trocken bleiben. Unsere ACAMAR Dry Bags sind dazu perfekt. Sie sind ultraleicht und schützen deine Sachen vor Nässe und Feuchtigkeit.

HIER SCHREIBT: Sandra Pellny

Im Winter 2015 saßen wir an einer Steilküste und blickten aufs Meer. Wir waren gerade auf unserem Roadtrip durch Südafrika. Das Dorf hinter uns bestand aus nur wenigen Häusern. Kein Geschäft, kein Restaurant. Ein kleiner, improvisierter Imbiss in einer Hütte, betrieben von einer lokalen Familie mit einfachsten Mitteln, war alles, was es dort gab. Und trotzdem fehlte uns nichts.

Dieser Tag war der Anfang vom Ende unseres alten Lebens. Wir gaben unsere sicheren Jobs bei Banken und Werbeagenturen auf und haben beschlossen die Welt zu erleben.

Mit unserem Magazin möchten wir dich ermutigen dein Leben aktiv zu gestalten. Du sollst immer öfter aus dem Alltag und der Routine ausbrechen, um Neues zu entdecken … und sei es auch nur für ein Tagesabenteuer in der Natur.

Sandra Pellny NORDKAMM