9 Dinge, die dir während einer China Reise passieren könnten

Eine Reise durch China ist – trotz eines starken Trends zum westlichen Lebensstil – eine Reise in eine völlig andere Kultur. Hat man mitten in der Einkaufsstraße Nanjing Road in Shanghai das Gefühl in einer Weltstadt zu sein, so kann dieser Eindruck in der nächsten Seitengasse sofort wieder schwinden. Ganz zu schweigen von anderen Städten in China. Viele Millionenstädte sind auf den zweiten Blick extrem provinziell. Aber ist es nicht genau das, was wir auf einer China Reise suchen? Das Andere, das Besondere und auch das Fremde?

QUICK FACTS CHINA

Einwohner:Mit ca. 1,37 Milliarden Einwohnern ist China das einwohnerreichste Land der Welt.
Hauptstadt: Peking
Zeitzone: GMT+8, China erstreckt sich flächenmäßig zwar über 5 Zeitzonen, dennoch gilt seit 1949 nur eine amtliche Zeit.
Klima:Bis zu 18 verschiedene Klimazonen (von kontinental im Norden bis tropisch im Süden)

Ich wurde im einen oder anderen Buch zur Reisevorbereitung für meine Reise ja bereits vorgewarnt – und trotzdem trifft es mich während einer China Reise immer wieder überraschend: Hier sind meine neun persönlichen Dinge, die mir bisher nicht nur einmal während meinen Chinaaufenthalten passiert sind. Und ich bin mir sicher, dass dir bei deiner Reise auch die eine oder andere Situation bekannt vorkommen wird:

1. Der Klassiker: Du wirst in die falsche Richtung geschickt

Chinesen haben oft Angst dir keine Antwort auf deine Frage geben zu können. Und bevor sie dir gar keine Antwort geben, erhältst du eine ausweichende oder falsche. So bin ich bei der Frage nach dem Weg anschließend oft in die falsche Richtung gerannt. Mittlerweile entwickle ich ein Gespür dafür, dass sich jemand nicht auskennt und nur höflichkeitshalber in “irgendeine” Richtung weist.

2. Du wirst ignoriert oder umwuselt

Auf meiner China Reise durchquerte ich Provinzen, wo ich als Europäer weitestgehend ignoriert wurde. Und dann gibt es wieder Provinzen, in denen ich ständig umwuselt und mit einem lauten “Helloooooo” begrüßt werde. Sowohl die eine als auch die andere übertriebene Art ist Ausdruck der Unsicherheit gegenüber Ausländern.

3. Du wirst zum Shootingstar

Eine Fortsetzung des lauten “Hellooooo” ist die Bitte um ein Foto. Zuerst setzt sich nur ein Mädchen aufgeregt für den gestatteten Fototermin zu mir. Dann das zweite. Dann trauen sich auch die anderen. Fotoapparate, Handies und iPhones werden gezückt und ausgetauscht und es wird fleißig abgedrückt.

Wenn alle Mädels durch sind, trauen sich auch die Burschen. Einser-, Zweier-, Dreiergruppe – alles ist dabei. Und natürlich auch das Victory-Zeichen. Ganz wichtig!

Auf wie vielen Fotos ich mit Victory-Zeichen in China zu sehen bin? Sind es 100 oder 200 innerhalb von eineinhalb Monaten? Oder gar 300? Keine Ahnung – ich habe aufgehört zu zählen.

Foto Einheimischer Reise China

4. Dir spukt jemand vor die Füße

Versehentlich natürlich. Zwar entschuldigen sich die spuckenden Damen und Herren danach nicht, aber sie meinen es keinesfalls böse. Denn das geräuschvolle Emporholen von Schleim aus den Bronchien ist überall üblich. Das Produkt wird unmittelbar auf den Fußboden befördert und das nicht nur im Freien. Ob die verschleimten Lungen mit der manchmal kratzenden und beißenden Luft in den Städten in einem Zusammenhang stehen?

Den Spaß am geräuschvollen Massensport verderben in China immer mehr Schilder mit der Aufschrift “Spucken verboten”. Gemein, oder?

5. Ein Taxifahrer…

…winkt dich erst mit einem lauten “Hellooooo” zu sich heran und setzt dich nach kurzer Diskussion wieder vor die Taxitüre, da er dein Fahrziel nicht kennt.

Manchmal muss man den Taxifahrer dann zu seinem Glück zwingen (um endlich weiter zu kommen). In der Stadt Zhangjiajie hat aber alles nichts geholfen – trotz Adresse in chinesischer Schrift, einer Landkarte von Google Maps, der chinesischen Landkarte des Taxifahrers und der Telefonnummer des Hotels. Wir waren bereits in der richtigen Straße und der Taxifahrer bog wieder falsch ab. Zum Glück haben wir den Fahrpreis bereits vor der Fahrt fixiert.

6. Du möchtest am Markt etwas kaufen…

…und die Verkäuferin am Marktstand schläft, den Kürbis eng umschlungen wie ein Kissen. Wecken wollte ich die Dame in einem kleinen Shanghaier Markt dann aber auch nicht.

Auch eine interessante Erfahrung auf meiner China Reise war, dass auch in anderen Situationen in der Öffentlichkeit geschlafen. Die Arbeit bei der Eisenbahn ist anstrengend. Gottseidank gibt es einen Speiswagen für ein kleines Nickerchen.

PRO TIPP:

Bei Rundreisen musst du deine Sachen ständig aus- und wieder einpacken. Damit du trotzdem Ordnung bewahrst, helfen unsere Gepäck-Organizer. Mit dem praktischen Kompressions-Reißverschluss helfen sie dir außerdem beim Platz sparen.

7. Im Restaurant…

…drückt dir die Kellnerin plötzlich ein Handy ans Ohr. Dran ist ihre kleine Nichte, die mit dir ein paar Worte Englisch sprechen möchte.

Die Alternative: Aus einem benachbarten Geschäftslokal wird ein junges Mädchen von ihrem Vater herangezerrt. Etwas peinlich berührt fragt sie mich in Englisch nach meinem Namen. Ich antworte und frage nach ihrem. Ein unsicherer Blick, eine knappe Antwort und dann läuft die Kleine weg. Ebenso unangenehm ist es für den Vater, der nun alleine vor meinem Tisch steht. Englisch sprechen kann er nicht. Da hilft nur lachen und ebenfalls davonlaufen.

8. In der Straßenküche…

…oder an einem Verkaufsstand merkst du genau, dass sie über deine Chinesisch-Kenntnisse lästern. Dumm nur, wenn sie zehnmal das gleiche Wort wiederholen, dass du gerade vorhin – mit wahrscheinlich falscher Aussprache – gesagt hast.

9. Bei der Aussprache des Namens deines Herkunftslandes…

…nach eineinhalb Monaten China Reise noch immer korrigiert wirst. Ich habe schon den Verdacht, dass Chinesen das Wort “Audili” für Österreich in jeder Provinz anders aussprechen. Die größte Schwierigkeit ist die Tonlage der einzelnen Wortteile. Für jede Silbe gibt es vier verschiedene Möglichkeiten sie auszusprechen. Im schlimmsten Fall heißt das Wort dann viermal etwas anderes.

Auch die Bestellung von Bier hat schon einmal besser geklappt. Im Augenblick bin ich wieder mit den unterschiedlichen Tonlagen am Experimentieren. Gottseidank gibt es fast überall in China Tsingtao-Bier. Das ist einfacher auszusprechen und erleichtert im Ernstfall die Kommunikation.

Eine China Reise bietet viele Möglichkeiten für den Tritt ins Fettnäpfchen

Der Kulturschock auf einer China Reise findet sicherlich auf beiden Seiten statt. Während ich die geräuschvolle Spuckerei auf den Straßen ekelhaft finde, mag so mancher Chinese gerüchteweise bei meiner Schneuzerei während eines nicht enden wollenden Schnupfens die Nase rümpfen (auch wenn mir eine Dame aus Hongkong Gegenteiliges bestätigt hat).

Auch mit den Essstäbchen begehe ich wahrscheinlich in China so manchen Fauxpas, der dem Touristen großzügig verziehen wird. Und bestimmt gibt es für den “Laowei” – also den Ausländer – noch viele andere Möglichkeiten, um in China ins Fettnäpfchen zu treten.

HIER SCHREIBT: Gerhard Liebenberger

Reisen ist Teil meines Berufs. Ich reise mehrere Monate im Jahr durch Europa und in ferne Länder. Über meine Reiseeindrücke berichte ich in Blogs, Reportagen und Printmedien. Für das NORDKAMM Magazin berichte ich über spezielle Abenteuerreisen, die mich besonders beeindruckt haben. Dazu gehörte auch meine China Reise.

Gerhard Liebenberger Schnorcheln Galapagos